Montag, 4. Dezember 2017

Freitag, 17. November 2017

344

Interessenvertretung im Betrieb, Mitbestimmung, Organisationsstrategien sind die Themen heute. Und Fairtrade und Living wage. Es gibt einen hohen Anteil an Leiharbeitern, diese kommen meistens aus anderen Bundesstaaten und sprechen nicht die lokale Sprache. 



Großer Bahnhof zum Abschied, mit Vizepräsidenten des Bundesstaats Karnakara Gewerkschaftsbundes. 

Für sicher 100 Selfies, Gruppen- und Grüppchenfotos posiert. 

Das war‘s, Indien. 




Donnerstag, 16. November 2017

343

Heute Meeting mit der Textilgewerkschaft auf der regionalen Ebene. 



Der Empfang war schon mal außergewöhnlich. 



Steht mir gut wurde behauptet. 

Wir hatten eine Diskussion mit 30 Kolleginnen und Kollegen, mehrheitlich aus den Betrieben der größeren Region (Anreisedauer bis zu 16 Stunden Zugfahrt). Vertreten auch sehr viel Bekleidungsindustrie.

 Indien hat eine durch aus strenge Arbeitsgesetzgebung, wenn die jetzt doch aufgeweicht werden soll, aber die Praxis ist oft eine ganz andere. Der Überstundenzuschlag zum Beispiel beträgt 100 %. Es ist aber niemand bekannt, der ihn auch bekommt. Die Mindestlöhne werden nicht bezahlt, es gibt keine Freizeit bei Erkrankung von Kindern oder Elternteilen, die normale Arbeitszeit beträgt 48 Stunden pro Woche.

Gewerkschaften haben es schwer sich durchzusetzen, allerdings sind die lokalen Büros auch bescheidenst ausgestattet. Kein Wunder, bei den niedrigen Einkommen und den Gewerkschaftsbeitrag in Höhe von 0,001 %.



Über all das, die Praxis der Gewerkschaftsarbeit in Deutschland, und selbstverständlich auch über das Vorhaben und die Angebote von fairtrade, haben wir intensiv und mit hohe Disziplin diskutiert. Fortsetzung morgen. 



Mittwoch, 15. November 2017

342

Lassen wir es mal langsam angehen in Bangalore. 



Ein bisschen akklimatisieren, dann in die City umziehen. Der Verkehr ist komplett unglaublich. 


Fairtrade hat sich bisher auf  die Landwirtschaft konzentriert, fairer Kaffee, Kakao, Tee, faire Bananen und Weintrauben, eben auch fair produzierte Baumwolle.  Die Bauern erhalten einen Mindestpreis, auch wenn der Weltmarktpreis darunter sinkt. 

Die textile Kette soll den Verarbeitungsprozess einbeziehen, und das als erste Produktgruppe. Das Label ist durchaus begehrt, und dafür hier bei den Unternehmen Interesse zu wecken, die Gewerkschaften zur Zusammenarbeit zu bewegen, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter in den Prozess einbezogen werden, das ist ja unser Vorhaben.

Im Kern geht es um ein zum Leben ausreichendes Einkommen, natürlich Einhaltung der ILO-Kern-Arbeitsnormen und einen vernünftigen Arbeitsschutz - und ohne Arbeitnehmervertretung gibt es keine Fairtrade – Zertifizierung.



Shiva, rechts von mir, ist der lokale Koordinator, Rossi die Textilmanagerin von Fairtrade International.

Dienstag, 14. November 2017

341

Wieder ziemlich trübe Aussichten heute Morgen. Der Smog in Delhi bleibt weiter deutlich oberhalb der gesundheitsgefährdenden Grenzwerte.



Dafür geht es inhaltlich weiter. Ein interessantes Meeting mit spitzen Gewerkschaftern des Textil – und Bekleidungs Bereiches. Große Teile der Branche sind allerdings völlig gewerkschaftsfrei. Im Raum Delhi ist eine Gewerkschaft für die Bekleidungsindustrie völlig unbekannt. 

Im Süden, im ländlichen Raum, erhalten die Textilarbeiterinnen vielfach nur rund 50 € den Monat. Landesweit streben die Gewerkschaften einen Mindest – Tarif Lohn von 135 €/Monat an.

Das Konzept von fairtrade sagt, living wage, also ein Leben mit satt zu essen, einer festen Behausung und etwas Reserve für die anderen Dinge ist im Süden auf dem Lande rund 110 €.

Wenn fairtrade das Label vergibt, muss dieser (bescheiden) Standard in einem Stufenplan nach spätestens sechs Jahren erreicht sein.

Außerdem muss es eine Arbeitnehmer – Interessenvertretung geben. Das könnte ein Schritt in Richtung gewerkschaftliche Interessenvertretung bedeuten, die Frage ist, ob das genutzt wird.

Wir verlassen das nördliche Smog – Revier, fliegen 2000 km nach Süden und landen in Bangalore. 

Sonntag, 12. November 2017

340

Die Luftt in Delhi hat keine Aussicht auf Besserung. Sie bleibt weiter im Bereich der schlechtesten Stufe und soll absolut gesundheitsgefährlich sein. Ein Großteil der Schule bleibt geschlossen.



Im klimatisierten Hotel fühle ich mich trotzdem eingesperrt, also auf zum Vormittags-Spaziergang. Vorbei an der Beton BORG Außenministerium.


Wir wohnen ziemlich zentral am Regierungsbezirk. Hier ist es sehr grün (alles allerdings ein wenig ergraut) mit breiten Straßen. 

Gestern Abend ein erstes Treffen mit Anub und Shiva von fairtrade Indien. Da die vorgesehenen Treffen in den Gewerkschafts zentralen heute ausfallen, haben wir uns für später auf einen informellen Austausch untereinander verständigt. Das Seminar mit Gewerkschaftsvertretern morgen soll auf alle Fälle stattfinden. Ob jemand kommt, bleibt unsicher.

D.h., es gibt ein wenig Zeit sich in der Stadt zu bewegen. Ein 3 km Spaziergang zum MUST für den Touristen, das India Gate. 


Beim Rückweg heißt es dann noch einmal tief Luft holen.





Samstag, 11. November 2017

339

Wie es nun weiter geht, bleibt unklar. Heute ist wohl erstmal Hotel-Tag angesagt, weil hier gefilterte Air Condition. 

War schon draußen, mieft ein bisschen, die Augen brennen, aber sonst geht’s. 



156 Fabriken in und um Delhi sind erstmal stillgelegt. Darunter auch große Bekleidungsfabriken (?!). Über Fahrverbote wird gestritten. Ausnahmen für Mopeds? Ausnahmen für Frauen? Kann der öffentliche Nahverkehr zusätzliche Fahrgäste verkraften? Sind in überfüllten Bussen Frauen sicher?

Ein bisschen Zeit die Umgebung zu erkunden.


Echt viele Menschen hier. Tausende tummeln sich auf kleinen Märkten, vor und um Einkaufszentren. Oder eben vor dem Gurudwara Bangla Sahib, einem der bedeutendsten Sihk Tempel (den hier der Smog fast vernebelt). 

Vorbei am Textileinzelhandel...



... ist vieles schön bunt hier, solange es nicht so weit weg ist um vom Smog eingefangen zu werden.


Sehr viele Menschen auf der Straße, in traditioneller Kleidung, viele auch stylisch angezogen, ausgefallene Brillen werden gerne getragen, aber man sieht auch Menschen auf der Straße leben, Straßenkinder, Elend. 




338

Das Abenteuer hat begonnen. Guten Morgen Indien. Zwei Stunden braucht die dünn besetzte Nachschicht der Passkontrolle um mir den Zutritt zum Lsndczu gewähren - und ich stand im vorderen Drittel der Schlange. 


Nachts um halb drei. 

Im Hotel erreicht mich die Nachricht „schwerer Smog“, man könne kaum atmen, niemand sollte klimatisierte Räume verlassen, alle Meetings in Delhi abgesagt. Wir fliegen schnellstens nach Bangalore

Heute morgen: Planänderung, wir bleiben hier. Entweder gibt’s ein Meeting, oder eine Skype-Konferenz oder schauen wir mal. 

Entnehme der Zeitung. Schwerster Luftverschmutzungsgrad mit deutlicher Gesundheitsgefährdung. Die Regierung hatte ein Fahrverbot, abwechselnd für gerade und ungerade Autokennzeichen, verhängt. Ausnahme für Frauen und Mopeds. Diese Ausnahmen sind dann (vermutlich gerichtlich) gekippt worden. Darauf hin hat die Regierung zunächst die Fahrverbote zurückgenommen. Es gibt hier 3 Millionen Autos 6 Millionen Mopeds.

Bei guter Luft liegt der Luft Verschmutzungs Index unter 50, über 200 wird es kritisch, gemessen wurden vorgestern 486, immerhin gestern etwas weniger. 



337



Frankfurt Flughafen. Auf geht’s in das Abenteuer Indien. Mit und für Fairtrade für eine bessere Welt, insbesondere aber für erträgliche Arbeitsbedingungen der Spinnerinnen. Ein Einkommen, mit dem man sein Auskommen hat, ist wohl für die meisten dort in weiter Ferne. Bin auf die Nahaufnahme gespannt.



Die mittlerweile vierte Kontrolle. Scheint ein Hichrisikoflug, aber immerhin anständiges Fluggerät.